Seit der IFA, der globalen Leitmesse für Consumer Electronics und Home Appliances, weckt  das neue GALAXY Note 10.1 2014 Edition von Samsung meine Interesse. Als „alter IT’ler“ studiere ich regelmäßig die Berichterstattungen in den Fachmedien und beobachte die Preisentwicklung. Ich wollte mir das Gerät immer schon mal ansehen, hatte dazu jedoch bisher noch keine Zeit. Die örtlichen PC-Händler haben kein Ausstellungsgerät. Sie kaufen beim Distributoren teurer ein, als Elektronikfachmärkte an Endkunden verkaufen.

SATURN oder Media Markt? Die Qual der Wahl!

Mein Wohn- und Geschäftsort Jülich bietet den Vorteil (oder Nachteil für die örtlichen Fachhändler), dass im Umkreis von maximal 30 km vier Media-Märkte (Aachen, Herzogenrath, Eschweiler und Hückelhoven) und zwei SATURN-Märkte (Aachen und Düren) ihr Unwesen treiben. 

Bei der hier vorhandenen Dichte an Filialen von Media Markt und Saturn ist es erstaunlich, dass viele Endverbraucher keinen Preisvergleich anstellen und ungeprüft alles kaufen was beworben wird.

Wer ist hier eigentlich blöd?

Das weckte meine Neugierde. Ein Selbsttest mit dem Zweck, den besten Preis für diesen Tablet PC zu finden, sollte diese Frage klären. Das Ergebnis ist typisch und ernüchternd zugleich:  Wer nur 20 km weiter fährt, kann das Gerät 100,00 € billiger erwerben?!

Preisverhandlungen bei SATURN in Düren – Phase 1

Letzte Woche Mittwoch war es dann soweit! Auf dem Rückweg von einem Termin kam ich bei SATURN in Düren vorbei. Da ich noch ein wenig Zeit bis zum nächsten Treffen hatte, wollte ich mir das Objekt der Begierde einmal ansehen.

Dort wurde das GALAXY Note 10.1 2014 Edition WiFi mit 16 GB zum Preis von 599,00 € angeboten. Wenige Tage zuvor bewarb Media Markt in einer Werbebeilage der Sonntagszeitung das Gerät für nur 499 €.

Ich konfrontierte den offensichtlich unmotivierten Verkäufer mit dem aktuellen Angebot von Media Markt und war erstaunt. Obwohl er offensichtlich das Media-Markt-Angebot nicht kannte, erklärte er sofort und ohne Not, dass auch er mir diesen Preis anbieten könne. Er machte nicht den Eindruck, als ob er sich wirklich für die Preise anderer Anbieter interessieren würde. Hätte ich nicht fragen sollen? Wie viele Kunden bezahlen hier diesen Preis. Sicher genug!

Das weckte meinen Kampfgeist umso mehr. Nach einer kurzen Recherche mit meinem Smartphone fanden sich schnell viele Online-Anbieter, die das Gerät auch für 499,00 € anbieten. Aber auch einige, die noch günstiger sind. Den Verkäufer mit diesen Preisen zu konfrontieren, war mir dann doch zu einfach.

Hier mussten jetzt andere Argumente her.

Sind gewerbliche Kunden noch blöder?

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Nettoeinkaufspreis von bis zu 410,00 Euro können gemäß § 6 Abs. 2 EStG per Sofortabschreibung abgeschrieben werden. Geräte mit Nettowert von 150,01 bis 1.000,00 können gemäß § 7 EstG per Sammelabschreibung (Pool-Abschreibung, Aufzeichnungspflicht im gesonderten Verzeichnis) oder Abschreibung  über die Nutzungsdauer gemäß AfA-Tabelle (mit Aufzeichnungspflicht im gesonderten Verzeichnis) abgeschrieben werden. Ab 1000,01 EUR erfolgt die Abschreibung gemäß § 7 EstG über die Nutzungsdauer gemäß AfA-Tabelle.

Der Bruttopreis des Produktes sollte also 487,90 € nicht überschreiten, wenn man das Gerät als Unternehmer kauft und die Vorteile der Sofortabschreibung nutzen will. Das sollte doch eigentlich ein gutes Argument für die zweite Runde der Preisverhandlung sein. Die Frage ist nur: Versteht der Verkäufer was ich will?

Ein Verkaufspreis von 499,00 € ist „unternehmerfeindlich“.

Preisverhandlungen bei SATURN in Düren – Phase 2

Also „bot“ ich jetzt dem Verkäufer an, das Gerät für 485 € (brutto) kaufen zu wollen und begründete das gleich mit der o. g. Abschreibungsproblematik. Der Preis entspricht aktuell dem Angebot bekannter Onlineshops.

Der Verkäufer war verwirrt und schwieg. Hatte ich ihn überfordert? Sein ratloser Blick suchte offensichtlich den Abteilungsleiter. Der war aber weit und breit nicht zu sehen. Dann antwortete er, dass er diesen Preis nicht anbieten könne.  Überzeugt war er von seiner eigenen Aussage m. E. selbst nicht! Vermutlich hat er geglaubt, ich wolle nur 410 € bezahlen und mich für einen Sparfuchs gehalten, der es ein wenig übertreibt. Klar! Zu dem Preis hätte ich das Gerät sofort mitgenommen.  Dabei wollte ich nur weitere 15,00 € Rabatt. 

Jetzt war die Zeit gekommen, ihm zu helfen und noch ein weiteres Argument für die Gewährung des Zielpreises zu liefern. Ich hatte doch glatt „vergessen“ ihm zu sagen, dass ich, gemeinsam mit einem Kooperationspartner, eigentlich noch ein weiteres  GALAXY Note 10.1 2014 Edition und ein Notebook kaufen will. Und natürlich sollen die Gerät mit weiterem Zubehör ausgestattet werden.

Jetzt war der Verkäufer noch verwirrter und noch unsicherer als zuvor. Seine Antwort blieb hart! Einen Preis von 485,00 € könne er nicht anbieten. Er hätte spätestens jetzt den Abteilungsleiter hinzuziehen können, nein müssen. Hat er aber nicht. Konsequenz: 3 verkaufte Geräte weniger an diesem Tag. Aber das interessiert den Konzernriesen sowieso nicht.

Aber ein Ideendetektiv gibt so schnell nicht auf. Wie dieses Abenteuer weitergeht, lesen Sie im nächsten Beitrag über meine Recherche in anderen Märkten der Media SATURN Unternehmensgruppe.

Augen auf beim Hardwarekauf. Wie sie beim Kauf eines Tablet PC mehr als 100 Euro sparen.