Dieser Beitrag wurde bereits am 30. 09. 2013 veröffentlicht. Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist daher möglicherweise nicht mehr auf dem neuesten Stand.


Zum 1. Februar 2014 werden durch SEPA europaweit einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeführt. Dies hat selbstverständlich Auswirkungen auf KMU und Onlineshops, inbesondere in Bezug auf das Lastschriftverfahren und das zugrunde liegende Mandat. Dieses SEPA-Mandat wird von den Banken nur noch in schriftlicher Form akzeptiert. 

Ab dem 1. Februar 2014 müssen Onlineshops bei neuen Kundenverträgen SEPA-Mandate verwenden. Das SEPA-Lastschriftmandat umfasst einerseits die Zustimmung des Zahlers zum Einzug der Zahlung an den Zahlungsempfänger und andererseits den Auftrag an den eigenen Zahlungsdienstleister zur Einlösung der Zahlung. Bereits erteilte schriftliche Einzugsermächtigungen behalten ihre Wirksamkeit und können als SEPA-Lastschriftmandate weiter genutzt werden.

Gerade in Onlineshops werden Einzugsermächtigungen im Zuge der Kaufabschlüsse via Klick – als Online-Mandate – vorgenommen und liegen meist nicht in Schriftform vor. Diese Einzugsermächtigungen entsprechen nicht den Vorgaben der Banken und sind  nicht SEPA-fähig. Ein Lastschrifteinzug, der auf ein (nicht schriftliches) Online-Mandat erfolgt, stellt rechtlich gesehen eine unautorisierte Lastschrift dar und kann vom Zahler innerhalb von 13 Monaten nach der Kontobelastung zurück gegeben werden.

Da Aufwand und Kosten der Umstellung für viele Onlineshops in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, gaben rund 10% der befragten Online-Händler an, ab dem 1. Februar 2014 SEPA-Lastschrift nicht als Zahlungsmöglichkeit anbieten zu wollen.

Was ist und was will SEPA

Mit SEPA (Single Euro Payments Area) wird der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum bezeichnet. Derzeit umfasst er neben den EU-Mitgliedsstaaten auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Durch die Vereinheitlichungen soll die Zahlungsabwicklung national und auch über die Grenzen hinaus erleichtert werden. Der Ablauf der Auftragserteilung, die Formatierung der Überweisung in den einzelnen Ländern, die Angaben über Bankverbindung und Kontodaten, sowie die Abwicklung der Überweisung werden angepasst . Durch die verschiedenen Zahlungsinstrumente: SEPA-Überweisung, -Lastschrift und -Kartenzahlungen soll sich der internationale Zahlungsverkehr für Kunden unkomplizierter gestalten. Daneben verkürzt sich auch die Zeit, den eine Transaktion in Anspruch nahm bis ein Empfänger im Ausland über den Betrag verfügen konnte, auf maximal einem Bankgeschäftstagen. Zusätzlich fällt die ursprüngliche Begrenzung des Transaktionsbetrages weg. Ein Bankkunde hat die Möglichkeit, Transaktionen in beliebiger Höhe vorzunehmen. Dabei fallen für den Kunden nur Kosten einer inländischen Überweisungen an.

Wie weit sind die Unternehmen in Sachen SEPA?

Entgegen der Vorgabe der Europäische Zentralbank (EZB), dass bis Ende September 2014 die Hälfte aller Lastschriften in Deutschland über SEPA abgewickelt werden sollten, waren es zu Beginn des 2. Quartals 2013 gerade einmal 0,14 %. Die Deutsche Bundesbank gibt einen erschreckend schlechten Stand der Umsetzung gerade für kleine und mittelständische Unternehmen an.  Ihrer Angabe zufolge hat die Masse der KMU noch nicht mit der Umstellung begonnen, so dass eine rechtzeitige Anpassung kaum noch zu schaffen sei. Auch ibi research der Universität Regensburg kommt in seiner Ende August 2013 veröffentlichten Studie zur Umsetzung  zu dem Schluss, dass sich insgesamt noch viel zu wenige Unternehmen mit dem Thema beschäftigt haben. Knapp einem Drittel der Befragten ist nicht wirklich bewusst, welche Veränderungen auf sie zukommen. Und 6 Prozent der Befragten gaben an, noch nie etwas davon gehört zu haben. Ganz besonders schlecht schnitten dabei die KMU ab.


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Ab Februar 2014 müssen SEPA-Mandate für Lastschriftverfahren schriftlich erstellt werden
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