Zum ersten Februar 2014 tritt die Umstellung auf SEPA in Kraft. Auch für Online-Händler ergeben sich eine Vielzahl von Veränderungen, ganz besonders für die Onlineshops, die Lastschrift als mögliche Zahlungsvariante anbieten. Lastschriften nahmen laut einer Studie des ibi research im Jahre 2011 einen Anteil von knapp 49% an allen unbaren Transaktionen ein. 46 % der Online-Händler bieten Lastschriften an, und generieren damit ungefähr 15,6 % der online-Umsätze.

Wenn die SEPA-Vorschriften detailgetreu ausgelegt werden, ist es für Online-Händler fast unmöglich die Zahlungsmöglichkeit Lastschrift weiterhin anzubieten, denn einerseits sind etliche Konfigurationen und Anpassungen im Shop notwendig, andererseits bereitet das schriftliche SEPA-Lastschriftmandat mit seinen exakt definierten Formschriften Onlineshop-Betreibern enorme Schwierigkeiten.

Schriftliches SEPA-Lastschriftmandat und die Folgen für Onlineshops

Bisher werden Lastschriftaufträge in Onlineshops per Internet erteilt, also mittels E-Mail oder Webformular und damit vergleichsweise formlos. Durch die mit dem SEPA-Verfahren eingeführte Schriftlichkeit der Einwilligung müsste der Online-Händler seine Kunden bitten, nach der Bestellung noch ein Formular auszudrucken, um es unterschrieben per Post zurück an den Onlineshop zu senden. Viele Vorteile des Onlineshoppings, zum Beispiel die einfache, schnelle Abwicklung des Kaufs, würden damit obsolet. Der Online-Handel hätte so eines der attraktivsten Zahlungsverfahren in Deutschland verloren.

Dirk Elsner weist in seinem Beitrag bei CFOworld darauf hin, dass sich die Deutsche Kreditwirtschaft mittlerweile eine Erteilung des SEPA-Lastschriftmandats ohne händische Unterschrift des Kunden vorstellen könne, wenn auch rechtlich nicht genauso unbedenklich. Das Risiko eines nicht schriftlich erteilten SEPA-Lastschriftmandats tragen aber die Online-Händler. Wie bereits im letzten Beitrag betont, können Lastschriften, die nicht schriftlich erteilt wurden, 13 Monate lang zurückgegeben werden. Es ist allerdings nicht zu befürchten, dass viele Kunden diese Recht wahrnehmen, denn am rechtsgeschäftlichen Anspruch ändert die Rücknahme der Zahlung nicht. Allerdings kann ein fehlendes schriftliches Mandat im Fall einer Insolvenz des Zahlungspflichtigen zu einem Problem werden.

Zahlungsmöglichkeiten in Onlineshops

Um den eigenen Onlineshop so attraktiv und erfolgreich wie möglich zu gestalten, sollten Online-Händler ihren Kunden möglichst viele verschiedene Zahlungsverfahren bieten. Wie bereits erwähnt, zählt die Lastschrift neben dem Kauf auf Rechnung und per Vorkasse zu den bisher gängigsten Zahlungsvarianten. Aber immer dann, wenn ein Kunden während des Bestellvorgangs die lange und schwer merkbare SEPA-Nummer eingeben muss, könnte dies ein Grund sein, dieses Zahlverfahren nicht zu nutzen, denn die schnelle und unkomplizierte Abwicklung des Zahlungsprozesses spielt gerade im Onlinehandel eine entscheidende Rolle. Damit könnten einige der bisher gern genutzten Zahlungsarten, so diese überhaupt noch angeboten werden, auch für den Kunden selbst zukünftig eher unattraktiv sein.

Übrigens gibt es auch Zahlungsweisen, bei denen sich durch die SEPAS-Umstellung nichts für die Kunden ändert – so zum Beispiel bei Zahlung per Kreditkarte oder via PayPal.

Erwartete Vorteile durch das SEPA-Verfahren

Die in der Studie von ibi resaerch befragten Händler erwarten durch die Einführung des SEPA-Verfahrens aber nicht nur Schwierigkeiten, sondern durchaus auch Vorteile:

  • kürzere Bearbeitungszeiten bei grenzüberschreitenden Zahlungen (39%)
  • geringere Bankgebühren (37%)
  • weniger Aufwand bei der Erteilung von Zahlungsaufträgen im SEPA-Raum (30%)

Allerdings sehen 42% der Befragten keinerlei Vorteile für das eigene Unternehmen.

Und nun sind Sie dran

Wie halten Sie es? Haben Sie Ihren Onlineshop schon auf das neue SEPA-Verfahren umgestellt oder verzichten Sie zukünftig auf SEPA-Lastschrift?

SEPA und eCommerce – Eine Beziehung mit Hindernissen
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