Facebook ist sehr beliebt, daher können auch Viren und Trojaner über Facebook eingeschleust werden.

Dieser Beitrag wurde bereits am 12. 06. 2014 veröffentlicht. Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist daher möglicherweise nicht mehr auf dem neuesten Stand.


Computerviren, Trojaner oder Würmer kennt heutzutage eigentlich jeder Internetnutzer. Genau aus diesem Grund hat der Großteil der User eine Sicherheitssoftware auf seinem PC installiert, um sich vor Malware zu schützen. Doch schützen diese Sicherheitsprogramme auch wirklich gegen alle Arten von Computerviren? Wie verhält es sich bei den so genannten „Facebook Trojanern“, die sich über das gleichnamige soziale Netzwerk verbreiten?

Ungeschützt trotz Sicherheitssoftware?

Einfache Antivirenprogramme haben meisten keinen Schutz gegen soziale Netzwerke mit integriert. Hochwertigere Programme wie Internet Security Suiten oder Total Security Programme bieten häufig einen so genannten „Soziale Medien Schutz“. Nutzer sollten sich jedoch genau informieren, was diese Sicherheitsfunktion leisten kann, in manchen Fällen handelt es sich dabei schlicht um eine Art Kinderschutzfunktion, die die Nutzung der sozialen Medien bei Bedarf einschränken kann. Vorsicht ist also geboten, denn ein Großteil der Nutzer dürfte nicht ausreichend gegen Facebook Trojaner geschützt sein.

Welche Gefahr besteht für mich?

Facebook ist für Cyberkriminelle so verlockend, weil sie durch einen infizierten Account spielend leicht Hunderte von gefälschten Nachrichten mit dem Trojaner an Facebook-Freunde des Opfers versenden können. Dies geschieht automatisch und sofort nach der Infizierung des Computers. So ist es möglich, den Trojaner innerhalb von kürzester Zeit an tausende User zu versenden. Den Cyberkriminellen geht es nicht immer nur um die Verbreitung ihrer Malware. Manche blockieren die Sicherheitsfunktionen des Computers, spähen Passwörter und Daten aus oder nutzen den gehackten Computer für andere illegale Zwecke. So geht häufig ein monetärer Schaden mit dem Befall von Computermalware einher. Haben Cyberkriminelle erst einmal den kompletten Zugriff auf den eigenen Computer, ist im Prinzip alles nur erdenklich illegale mit dem Gerät möglich.

Gefährliche Viren und wie ich sie erkenne

  • Der neueste Facebook-Trojaner ist der “lol IMG_XXXX.zip-Trojaner“ (XXXX steht für einen beliebigen Zahlencode). Im Frühjahr dieses Jahres machte dieser Trojaner zum ersten Mal die Runde. Er spielt mit der Neugierde der Nutzer, die unbedingt dieses lustige Bild öffnen sollten. Klickt man das Bild an, wird man ermutigt, eine EXE-Datei zu öffnen, mit dieser Aktion entpackt sich der Trojaner. Ein Bild gibt es nie zu sehen.
  • Der Facebook Stalker Virus gaukelt Nutzern die Möglichkeit vor, zu sehen, wer sich sein Facebook Profil angeschaut hat. Der Virus leitet einen jedoch zumeist lediglich auf eine Facebook-ähnliche Seite um, auf der der Nutzer seine Daten eingeben soll. Die eigentliche App oder Funktion verrichtet jedoch nie ihren Dienst. Der Virus dient somit vornehmlich dem Diebstahl der Facebook Nutzerdaten.
  • Sollten vom eigenen Account Freundschaftsanfragen an unbekannte oder gar geblockte Personen verschickt werden, hat man sich wahrscheinlich den Facebook Friend Request Virus eingefangen. Besonders perfide ist, dass dieser Virus Sicherheitsprogramme deaktivieren kann und sich so selbst vor der Entdeckung schützt.
  • Wer würde nicht gerne ein Mal die Farben der Facebook Benutzeroberfläche ändern. Der Facebook Change Color Virus gibt vor, genau das zu tun. In Wahrheit handelt es sich auch bei diesem Virus nur um einen betrügerischen Link, der zur weiteren Verbreitung des Trojaners und Ausspionage der Nutzerdaten des Opfers führen kann.
  • Auch im Facebook Chat können sich Viren und Trojaner verbreiten. Der Facebook Message Virus gibt vor, eine Nachricht von einem Freund zu enthalten. In Wahrheit handelt es dabei jedoch nur um einen schädlichen Link, der den Virus weiterverbreitet und Malware auf den Computer schleusen kann.

Dies ist nur ein Abriss von bekannten Trojanern und Viren, die sich das Facebook Netzwerk zunutze machen. Alle Viren haben eines gemeinsam, sie spielen mit der Neugierde der Nutzer. Geboten werden lustige Bilder, Nachrichten von Freunden oder besondere Apps und Funktionalitäten. Für viele User ist es schwer, solchen Verlockungen zu wiederstehen. Genau das ist der Grund, warum sich diese Arten von Viren und Trojanern so rasend schnell weiterverbreiten.

Was sollte ich tun, wenn ich einen Virus entdeckt habe?

Erhält man eine Nachricht oder sieht ein Posting, dass einem gefälscht oder gefährlich vorkommt, sollte man den Freund informieren, von dem die Nachricht kommt. Hat er diese wirklich geschrieben oder ist es Malware? Bei der Beantwortung der Frage, ob es sich um gefährliche oder ungefährliche Nachrichten handelt, hilft es häufig einfach nach dem Betreff der Nachricht oder des Postings zu googeln. Finden sich viele negative Einträge im Zusammenhang mit der Nachricht, klickt man sie lieber nicht an.
Hat man bereits auf einen Virus geklickt, sollte man schnellstmöglich sein Facebook Passwort ändern und einen Virenscanner über seinen Computer laufen lassen. Hat der Virus sogar schon Nachrichten und Freundschaftsanfragen versendent, sollte man seine Freunde darüber informieren, dass sie nicht auf die Links in den Nachrichten klicken dürfen. Gefälschte Postings sollte man zügig löschen, um die weitere Verbreitung der Malware zu stoppen.

Wie schütze ich mich am besten?

Am allerbesten schützt wie so häufig der gesunde Menschenverstand. Häufig lassen sich gefälschte Nachrichten relativ einfach erkennen. In den meisten Browsern ist es einfach, sich das Linkziel einer Nachricht anzeigen zu lassen. Merkwürdige Adressen, Zip- oder EXE-Dateien sollte man im Zweifel lieber meiden. Ist man sich ganz unsicher, sollte man einfach beim Absender der Nachricht nachfragen, was es damit auf sich hat.
Übrigens sind auch Facebook Spiele und Apps in der Vergangenheit bereits gehackt worden. Nutzer sollte also nicht unbedarft auf jeden Link klicken, der im eigenen Profil auftaucht, da sich leider immer häufiger dahinter ein Facebook Trojaner verstecken kann.

 

Unumgänglich ist auch ein gutes Antivirenprogramm. Hat man doch einmal versehentlich eine Facebook Malware angeklickt, können im schlimmsten Fall sämtliche Arten von Viren, Würmern und Trojanern auf den Computer geschleust werden. Ein kompletter Scan des Computers mit einem guten und aktuellen Sicherheitsprogramm sollte die größten Gefahren erkennen und beseitigen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der installiert sich statt eines einfachen Anti-Viren-Programmes eine große Sicherheitssoftwaresuite, die explizit einen Soziale Medien Schutz im Produktumfang enthält.

Dieser Beitrag stammt von Timm Hendrich von Netzsieger.


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Die unterschätzte Gefahr: Facebook Trojaner
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