Xing Logo Wer Mitglied in einem Businessnetzwerk wie XING ist, hat sicherlich auch Interesse an neuen Geschäftskontakten. Soweit die Theorie. Meist erfolgt die Kontaktaufnahme über die dafür vorgesehenen Funktionen „Kontaktanfragen“ oder „Nachrichten“ im Rahmen der durch die AGB‘s von XING vorgegebenen Grenzen und Möglichkeiten. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber nur wenn es sich um qualifizierte Anfragen und nicht um rein werbliche Nachrichten handelt, die uns innerhalb des XING-Netzwerks erreichen. Immer häufiger kommen Richter zu dem Schluss, dass  ungefragt zugesandte Werbenachrichten an andere Nutzer innerhalb sozialer Netzwerke dem Tatbestand einer unerlaubten E-Mailwerbung gleichzusetzen sind.

Die Versender solcher Nachrichten unterliegen stets dem Irrtum, dass Sie glauben innerhalb sozialer Netzwerke sei so etwas zulässig, weil dort eine direkte Kontaktaufnahme systembedingt „gewollt“ sei. Sie interpretieren dies als eine generelle Einwilligung zum Empfang jeglicher Inhalte – insbesondere von Werbung. Regelmäßig füllen sich dann die internen Postfächer in den sozialen Netzwerken mit Werbemüll.

Die Rechtsprechung stellt regelmäßig klar, dass alleine die Einrichtung eines Nutzerprofils in sozialen Netzwerken mit den vielfältigen Möglichkeiten einer direkten und unkomplizierten Kontaktaufnahme keinesfalls als ausdrückliche Einwilligung in die Zusendung von Werbemails zu werten ist. Die Kontaktfunktionen dienen lediglich dem Zweck Kontakte unter den Nutzern zu knüpfen. Eine ausdrückliche Einwilligung in die Zusendung von Werbung über persönliche Nachrichten liegt nicht vor. Es gelten hier die gleichen Grundsätze wie beim Versand von E-Mailwerbung. Unaufgefordert an Sie versendete Nachrichten in sozialen Netzwerken sind unerlaubte Werbung.

Besonders XING ist sehr aktiv im Kampf gegen die Versender von SPAM-Nachrichten innerhalb des Businessnetzwerks. Massen-Nachrichten, Multilevel Marketing (MLM) und SPAM sind innerhalb von XING ausdrücklich verboten.

XING verbietet  SPAM in seinem Businessnetzwerk.
XING definiert klare Regeln für den Nachrichtenversand innerhalb des Businessnetzwerks.

XING bieten seinen Nutzern die Möglichkeit Werbenachrichten als SPAM zu melden und geht konsequent und restriktiv gegen berechtigte Beschwerden vor.

XING bieten seinen Nutzern die Möglichkeit Werbenachrichten als SPAM zu melden und geht konsequent und restriktiv gegen berechtigte Beschwerden vor.

Immer mehr Nutzer von XING gehen gerichtlich gegen unerwünschte Werbung auf XING gegen den Absender vor.

Es gilt auch hier der Grundsatz:

“E-Mail-Werbung ohne Einwilligung des Empfängers ist eine unzumutbare Belästigung. Das gilt für Privatbereich wie auch bei Geschäftskunden. Einzige Ausnahme sind bestehende Geschäftsbeziehungen. (§7 UWG).”

In den letzten Monaten häuften sich in meinem geschäftlichen E-Mailpostfächern Newsletter bzw. Werbemails, die ich nicht bestellt hatte.  Schnell fand ich heraus, dass viele dieser Mails von XING-Kontakten versendet wurden. Im konkreten Fall war das schnell und zweifellos nachweisbar, denn ich verwende in allen Portalen und sozialen Netzwerken individuelle E-Mailadressen, die eindeutig diesem Netzwerk zuzuordnen sind. Eine detaillierte Prüfung bestätigte den Anfangsverdacht: einige meiner XING-Kontakte sammeln die im XING Profil hinterlegten E-Mailadressen auch zum Zweck des Versands von wettbewerbswidrigen Werbenachrichten.

Nur wenige dieser E-Mails enthalten eine Funktion zum Abbestellen des Newsletters. Ist diese Funktion enthalten, kann man sich mit wenigen Klicks abmelden und der Spuk hat meist ein schnelles Ende. Getreu dem Motto „Man kann es ja mal versuchen“ testen einige windige XING-Kontakte einfach mal die Schmerzgrenze beim Empfänger aus ohne sich darüber im Klaren zu sein in welches Risiko sie sich damit bewegen.

Die meisten dieser Newsletter sind ohnehin als stümperhaft zu bezeichnen und enthalten natürlich weder eine Abmeldefunktion noch ein Impressum. Da hat der Empfänger leichtes Spiel.

Eine freundliche aber bestimmte Standardmail

  1. mit der Bitte um sofortige Löschung aus dem Verteiler,
  2. ergänzt um den Hinweis auf die gesetzlichen Grundlagen und
  3. gewürzt mit dem eindeutigen Hinweis auf rechtliche Konsequenzen bei Nichtlöschung

führt meist ebenso schnell zu einer Löschung aus dem Verteiler wie die Nutzung der Abmeldefunktion „gut“ strukturierter Newsletter.

Wenn die Abmeldefunktion nicht vorhanden ist, filtere ich die Absenderadresse als Junkmail aus und verbanne zukünftige Mails direkt in den Papierkorb und „oute“ die Verfasser ein paar Tage lang durch freundliche aber bestimmte Statusmeldungen auf XING. Für besonders hartnäckige Schädlinge haben wir in unserem Partnernetzwerk gute Anwälte, die gut dosierte und wirkungsvolle rechtliche Mittel einsetzen.

Wie kann man vorbeugen?

Man kann es solchen Schädlingen meist durch kleine Änderungen in den Profileinstellungen in den sozialen Netzwerken schwerer machen an unsere E-Mailadressen zu kommen. Dazu muss man zunächst wissen wie unsere XING-Kontakte überhaupt Kenntnis von unserer Mailadresse erhalten.

Wenn Sie eine Kontaktanfrage auf XING erhalten und diese bestätigen, werden voreingestellte Kontaktinformationen aus Ihren Profilinformationen für den neuen (bestätigten) Kontakt freigeschaltet. Dieser hat dadurch Zugriff auf diese Daten um mit Ihnen auf jeden freigegeben Weg in Kontakt zu treten. Auch per E-Mail – wenn Sie das voreingestellt haben! Eigentlich braucht Ihr Kontakt Ihre E-Mailadresse dazu aber gar nicht, denn eine Kontaktaufnahme kann und sollte zunächst über das interne Netzwerk von XING erfolgen.

Grundsätzlich bestätige ich nicht jede Kontaktanfrage. Qualität geht hier eindeutig vor Quantität. Nach den Erfahrungen der letzten Woche gebe ich meine im Profil hinterlegte geschäftliche E-Mailadresse nicht mehr frei.

Datenfreigabe für bestehende Kontakte ändern:

Sie können für jedes Mitglied von dessen Profil aus die Datenfreigabe individuell vornehmen bzw. bearbeiten.

  1. Rufen Sie den betreffenden XING-Kontakt auf.
  2. Klicken Sie oben rechts auf „Mehr“
  3. Klicken Sie auf „Datenfreigabe“
  4. Deaktivieren Sie die Häkchen vor den Daten, die der Kontakt nicht mehr sehen darf
  5. Speichern Sie die geänderten Einstellungen.
XING: So ändern Sie die Datenfreigabe für bestehende Kontakte
So ändern Sie die Datenfreigabe für bestehende Kontakte

Datenfreigabe für zukünftige Kontakte ändern:

Wenn Sie eine Kontaktanfrage bestätigen werden Sie automatisch aufgefordert, die Daten für die Person individuell freizuschalten. Hier sind bereits die Standardvorgaben ausgewählt, die Sie bei früheren Kontaktanfragen definiert haben. Diesen Standard können Sie jederzeit ändern und als neuen Standard speichern. Alle zukünftigen neuen Kontakte haben dann nur Zugriff auf die hier eingestellten Freigaben.

  1. Bestätigen Sie die Kontaktanfrage
  2. Klicken Sie rechts auf die graue Box „Datenfreigabe bearbeiten“
  3. In dem sich öffnenden neuen Fenster nehmen Sie die gewünschten Änderungen vor (siehe nachfolgende Abbildung)
  4. Klicken Sie auf die graue Box „Als Standard Speichern“
So ändern Sie die Standardvorgabe für die Datenfreigabe bei Kontaktanfragen
So ändern Sie die Standardvorgabe für die Datenfreigabe bei Kontaktanfragen

Dies ist eine einfache Maßnahme, die zukünftig nachhaltig in Ihrem E-Mailpostfach für weniger Müll sorgen wird, zumindest wenn der Verursacher auf XING seine Opfer sucht.

Sie erhalten unerwünschte Werbemails von Ihren XING-Kontakten?
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