Bei Wartungsarbeiten in Kundenblogs finde ich immer wieder veröffentlichte Kommentare zu einzelnen Beiträgen, die der Blogbetreiber besser nicht freigeschaltet, bzw. genehmigt hätte. Eigentlich sind eingebettete Links in Kommentaren grundsätzlich nicht schlecht.  Sie eignen sich für den Kommentarschreiber dazu, seinen Kommentar zu einem Beitrag mit Quellen oder Fundstellen im WWW zu verifizieren.

Viele Suchmaschinenoptimierer (SEO’s) nutzen Blogkommentare um gezielt Links auf die Seiten Ihrer Kunden zu setzen. Wenn dies professionell und thematisch passend erfolgt, spricht zunächst nichts gegen eine Freischaltung des betreffenden Kommentars.

Aber natürlich liegt es auf der Hand, dass auch böse Geister in den unendlichen Weiten des Internets, diese Kommentarmöglichkeit für sich missbrauchen. Deshalb sollten Sie Kommentare in Ihrem Blog nicht automatisch freischalten lassen, sondern jeden einzelnen Kommentar akribisch prüfen. Sie sollten wissen, wohin ein Kommentar verlinkt. 

Prüfen Sie Inhalt, Verfasser und das Linkziel

Bei oberflächlicher Betrachtung des oben abgebildeten Beispiels, könnte man denken, dass sich der Verfasser des Kommentars sogar Gedanken zu dem Blogbeitrag gemacht hat, den er kommentiert hat. Bei näherer Betrachtung wird jedoch klar: es ist Text, der zwar thematisch passen könnte, aber zusammenhanglos von einer anderen Webseite „geklaut“ wurde, um genau diesen Eindruck zu erwecken. Dies wird durch vermeintlich passende Schlagworte und Phrasen ermöglicht. Der Verfasser  will Sie mit vermeintlicher inhaltlicher Kompetenz davon ablenken, dass Sie sich näher mit dem ausgehenden Link befassen. Diesen Link hat er entweder im Kommentartext untergebracht oder, wie im Beispiel oben, bei der Erstellung des Kommentars in Feld „Webseite“ eingetragen.

Prüfen Sie jeden Kommentar sorgfältig. Mögliche Indizien für Kommentarspam sind

  1. „merkwürdige“ Benutzernamen des Verfassers,
  2. sinnlose E-Mailadressen,
  3. oberflächliche und unpassende Inhalte und
  4. die Zieladresse des ausgehenden Links.

Achtung! Schauen Sie genau hin wohin ein verlinkter Text wirklich verlinkt. In einem früheren Beitrag über Kommentarspam habe ich aufgezeigt, wie dreist die  Geister aus der Unterwelt des WWWs böse Links hinter  vermeintlich passendem und „gutem“ Klartext verstecken.

Blogkommentare können spam sein oder Schadcode enthalten

Seien Sie vorsichtig!

Sie wollen doch nicht, dass von Ihrer Webseite Links auf pornografische, sittenwidrige oder rechtsverherrlichende Webauftritte verweisen. Im obigen Beispiel verweist der Link auf eine Webseite, die vermeintlich Informationen zur Goldpreisentwicklung bietet. Abgesehen davon, dass solche Inhalte nicht mit dem Inhalt des kommentierten Beitrags übereinstimmen, können einige Zielseiten zudem auch Schadcode enthalten, der Ihre Daten auf Ihrem PC ausspäht. Deshalb die eindringliche Warnung: Schauen Sie sich Ihren Kommentare genau an, bevor Sie sie freischalten.

 

Update 18.10.2014:
In den letzten Woche finde ich verstärkt englische Kommentare in den Blogs, die ich regelmäßig besuche. Ein Beispiel:

„I am genuinely grateful to the owner of this website who has shared this impressive post at this time.“

Viele Blogger sind entweder unerfahren, selbstverliebt oder haben kein Gespür für „merkwürdige“ Kommentare. Ein Leser eines deutschsprachigen Blogs dürfte in der Regel niemals in englischer Sprache kommentieren. Die dort hinterlegte kryptische URl sollte man besser nicht anklicken.

Ich habe von Fällen gehört, wo Leser eines Blogs einem Kommentarlink gefolgt sind und sich dann auf der Zielseite Trojaner und Schadcode eingefangen haben. Sie wollen doch nicht, dass Ihren Lesern so etwas passiert? Es wird sich sicher ein Richter finden, der Ihnen daran eine Mitschuld geben könnte.

Google weist ca. 5,9 Mio Suchergebnisse für den o. a. Kommentartext aus. Das zeigt, welches Potenzial automatisierte Kommentare in Blogs haben können. Überdenken Sie Ihre Strategie, wenn Sie bisher Ihre Kommentare automatisch freischalten lassen.

Spam in Kommentaren ist nur eine Seite des Problems. Die mit dem Namen des Kommentators verknüpfte Webseite kann viel Schlimmeres anrichten. Auch aus SEO-Sicht ist es ratsam, selbst zu entscheiden welche ausgehenden Links Ihr Blog hat. Sie wollen ja nicht mit Porno- oder Glückspielseiten konkurrieren.

Bleiben Sie wachsam!

Viele Kommentare in Ihrem Blog sind Spam. Haben Sie es bemerkt?